Archive for the 'Verfahren der Beteiligung' Category

Peacemaking

siehe dazu den Blogbeitrag: Entscheidungen friedvoll finden – Wildnispädagogik

Hier die Zeichnung Peacemaking, Andreas Schönefeld als PDF.

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Formen der Partizipation in der Kita. Gezeichnet von Andreas Schönefeld

Welche partizipativen Formen oder Elemente habt Ihr schon in Eurer Kita?

Jede/r fragt sich: Wie geht es mir? Ist alles gut? Wie ist meine Verfassung?

Es geht immer um die Fragen: Wer bin ich? Warum bin ich hier?

Jeder Mensch hat Bedürfnisse, Wünsche, Ideen, Sorgen, Nöte und vielleicht Klagen?

Foto und Design: Andreas Schönefeld

Als Erwachsene, Eltern, Erzieher*innen müssen wir uns fragen, 1. nehmen wir diese wahr, 2. anerkennen wir sie, 3. ermöglichen wir sie und 4. arbeiten wir mit den Kindern gut zusammen? Wie ist unserer gemeinsame Verfassung in der Kita? Was könnte besser werden?

Hier eine gezeichnete Sammlung (Formen der Partizipation in der Kita. Gezeichnet von Andreas Schönefeld) von möglichen Formen und Elementen der Partizipation in der Kita. 18 Formen/Elemente stelle ich vor. Welche habt Ihr davon schon, welche wären für Eure Kita geeignet? Welche wollt Ihr ausprobieren? Wollt Ihr gar eine Kita-Verfassung erarbeiten?

 

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Kita-Konferenz. Ein Krisengremium

Bei großen Krisen und Konflikten (Personalnotstand, Bauschäden, grobe Gewalt) in der Kita sollte es ein Krisengremium geben: die Kita-Konferenz.

So ein Gremium fehlt in den meisten Kitas. Für Brandschutz muss viel Geld ausgegeben werden. Bei unseren menschlichen Konflikten sparen wir. Hier ist mehr Professionalität nötig.

In Krisen und Konflikte heißt es: gut zusammenarbeiten, uns verbinden, Einigkeit und Heilung finden wollen. Hier könnten wir nach den Vier Prinzipien des Peacemakings handeln. Alle Beteiligten in der Kita kommen zusammen an einen Tisch, auch die Kinder, es sei denn es handelt sich um Themen, bei denen zum Schutz der Kinder, diese besser nicht dabei wären.

Ein Negativbeispiel misslungener Krisenbewältigung und eines fehlenden Krisengremiums zeigt eine Kita in Mainz, die im Juni 2015 wegen angeblicher sexueller Übergriffe unter Kindern geschlossen wurde. Continue Reading »

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Entscheidungen friedvoll finden – Wildnispädagogik

Wir kennen das alle. Wie finden wir gute (die besten) Entscheidungen in Teams als Kolleg*innen, Unternehmer, Betriebsrat, Initiative, Verein, Organisation, Partei, im Parlament oder einfach unter Freunden? Wie lösen wir Konflikte, Krisen? Wie können wir gut mit Beschwerden umgehen?

Nur acht Schritte können uns helfen, friedvoll gemeinschaftlich zu entscheiden und zu wirken. Das sogenannte PROTOKOLL mit seinen acht Schritten wurde als formaler Rahmen für Entscheidungsprozesse entwickelt aus der Friedens-Tradition der nordamerikanischen Irokesen-Konföderation und wird in der Wildnispädagogik meiner Mentoren Paul Wernicke, Tim Taeger und Wieland Woesler gelebt und weitergegeben. Großen Dank dafür! Wir durften auf dem vierten Weiterbildungsmodul (3 Tage und 3 Nächte) nach dem PROTOKOLL zwei Aufgaben als kleine und große Gruppe gemeinsam lösen. Das war großartig, das war schön, feierlich und sehr, sehr verbindend. So haben wir die enorme Kraft, die das PROTOKOLL schafft, erlebt.

Daher möchte ich es auch hier weitergeben und überlege, wie ich es in meinen Alltag, in meine Teams und Fortbildungen einbringen kann.

Achtung: Die Weitergabe dieses Wissens besteht hauptsächlich auf einer mündlichen Tradition. Im Internet finden wir auch schriftliche Formen wie die Transkription eines Gespräches mit Tom Porter, der über den Friedensstifter erzählt. Tom Porter, der eine Art Botschafter der Haudenosaunee  ist, spricht über die Zurückhaltung seiner Älteren Leute, ihr Wissen mit der Welt zu teilen: ein Teil ihres Wissen wurde durch Schmerz und Misstrauen versehrt. (…) Das ist nur zu verständlich, denn einige von Ihnen wurden bestraft oder sogar in Gefängnisse gesteckt, weil sie ihr Wissen öffentlich ausgesprochen haben (Tom Porter am 2.5.2019, letzte Seite).

Ich vertraue auf die universelle Kraft dieses Wissens und den respektvollen Umgang mit dieser Kultur. Daher komme ich der Aufgabe des Teilens nach.

 

Das PROTOKOLL

0. wichtig (nullter Punkt) ist die Stillung aller körperlichen Bedürfnisse (Grundbedürfnisse): Sitzen, Essen, Trinken, …

1. Danksagung „die Worte vor allen Worten“ (im Gedenken daran, wir sind alle gleich, wir trinken alle das gleiche Wasser)

2. Check-In, Befindlichkeits-Runde, (dazu gibt es diverse Formen, zum Beispiel kurz eine Daumen-Runde zum körperlichen und seelischen Befinden)

3. Gibt es etwas, was zwischen uns steht? (kann auch stehen gelassen werden oder muss bearbeitet werden)

4. Jede/r nennt ihre/seine Intention für das Treffen (nicht Ziel oder Lösung, sondern seine Ausrichtung wie Treffen sollte verbindend sein, Frieden stiften, kurz sein, Einigkeit heute bringen, Arbeit gut machen, …

* Rollenverteilung jetzt oder nach Punkt 5

5. Themensammlung (was wollen wir heute besprechen)

* Rollen: Moderator, Zeithüter, Stimmungswächter (weist eventuell darauf hin, dass die Stimmung aufgeräumt werden muss), Protokollant

6. Redekreis (mit Redestab, eine/r redet, andere hören zu) zu allen Themen Austausch, Sprechen-Zuhören, kreist der Redestab solange bis alle, alles gesagt haben ( und Einigkeit hergestellt wurde.

7. Festhalten, schriftliches fixieren des Ergebnisses: der Einigkeit

8. Aufschreiben der offenen Fragen und Punkte

Achtung: Der Text ist vor allem für Erfahrene, für meine Freunde der Wildnispädagogik, die wie ich die Geschichte des Friedensstifters erzählt bekamen und die Kultur des Protokolls im Sinne der Vier Prinzipien des Friedensstifters erfahren durften. Es ist der Versuch einer Fixierung, zur Erinnerung, damit nichts verloren geht, sondern gut aufgehoben bleibt.

Die Kürze des Textes sollte so genau wie möglich sein, andere neugierig machen und er setzt auf die Kompetenzen und Resonanz der Leser, die diese kulturelle Haltung und Technik verantwortungsvoll anwenden wollen und können! Im Protokoll finden wir viele universelle Elemente, die wir aus Kommunikationtheorien und aus den Sozialwissenschaften kennen.

Das Protokoll darf nicht statisch, bürokratisch, dogmatisch angewandt werden. Es atmet Leben und Leidenschaft. Die innere Haltung ist wichtig. Es geht um den friedensschaffenden Weg der Einigung.

 

Foto: Andreas Schönefeld

Nach dem PROTOKOLL kann jede Gruppe, Gemeinschaft arbeiten.

Wenn mehrere Teams, Abteilungen, Teilgruppen für die gesamte Gemeinschaft eine Einigkeit sucht, Konflikte, Krisen, Beschwerden lösen will,

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Warum bin ich hier? The Big Five for Life

Was macht mich aus? Wer bin ich? Warum bin ich hier?

Der Unternehmensberater John Strelecky würde die Beantwortung dieser Fragen den Zweck der Existenz (ZDE) nennen:

Mir gefiel die Vorstellung, dass es für jeden einzelnen Menschen einen Grund dafür gibt, am Leben zu sein, das die Existenz jedes Menschen einen bestimmten Sinn hat. (S. 32, ich zitiere im Folgenden aus seinem Buch „The Big Five for Live. Was wirklich zählt im Leben“, München 2009)

Mich fasziniert an Streleckys Buch die Idee, dass in einem Unternehmen nur noch die Menschen arbeiten, „deren persönlicher Zweck der Existenz mit dem ZDE des Unternehmens harmoniert“. (S. 33)

Angestellte sind nicht Angestellte, sondern Reisegefährten, die ihre Zeit nur mit Tätigkeiten verbringen sollten, die ihren Zweck der Existenz und ihre Big Five for Life erfüllen (S. 36f)

Foto: Andreas Schönefeld

Die eigenen Big Five, „sind die fünf Dinge, die wir tun, sehen oder erleben möchten, bevor wir sterben“ (S. 67)

Das finde ich entscheidend, wenn jede/r, sich selbst einbringen kann mit seinen Big Five, mit dem, für das er brennt, oder geht. Es rechnet sich auch für das Unternehmen, die Produktivität wird gesteigert und Fluktuation gesenkt. Dies ist eine radikale, effektive, erfolgreiche Form für die Konzeption und Entwicklung von Unternehmen und Organisationen. 

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Das Recht auf Verbinden – verbinden

Foto und Design: Andreas Schönefeld

Wir ALLE wollen mitmachen, uns einmischen, unsere Anliegen (Bedürfnisse, Wünsche, Ideen, Sorgen, Nöte, Klagen) nennen, es soll besser werden.

Wir ALLE sollten den anderen hören, seine Anliegen (Bedürfnisse, Wünsche, Ideen, Sorgen, Nöte, Klagen) annehmen, ermöglichen und zusammenarbeiten.

Wir ALLE haben das Recht auf Verbinden.

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Persönliche Angelegenheiten. Recht auf Zusammenarbeit und Klage

Foto und Design: Andreas Schönefeld

Wir ALLE mischen uns ein mit unseren Bedürfnissen, Wünschen, Ideen, Sorgen, Nöten, Klagen.

Das ist Zusammenarbeit und wir ALLE haben das Recht dazu. Und wir haben darunter ein Klagerecht.

Wir ALLE wollen uns verbinden, zusammenarbeiten. Bei einer Klage soll es wieder gut werden, heilen, verbunden werden.

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sich einmischen – sich beschweren. Workshop auf Bundeselternkongress

hier Link zum Kongressbericht: Kinder lernen sich einzumischen, zu beschweren Workshop Andreas Schönefeld

und hier der komplette Bericht: Ergebnisse_Bundeselternkongress

[weiß auf schwarz war die Titelseite der Frankfurter Rundschau am 13.03.2010 zum Missbauchsskandal an der Odenwaldschule]

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Einbeziehung statt Machtausübung

Nach der langen Epoche der Gehorsamskultur sind Eltern gleichermaßen wie Pädagoginnen und Pädagogen auf der Suche nach neuen Wegen für das Zusammenleben und die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Die Forschung der frühen Eltern-Kind-Bindung brachte Erkenntnisse, die in sich selbst ein neues Paradigma begründete, stellt die meisten bisherigen „Wahrheiten“ der Entwicklungspsychologie auf den Kopf.

Die Erwachsenen von heute haben neues Wissen aber alte Gewohnheiten. Sie müssen die nötigen Kompetenzen für zwischenmenschliche Beziehungen, die Gleichwürdigkeit anstreben, neu lernen und erleben:

„Wahrheiten“ auf dem Kopf, Foto: Andreas Schönefeld

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Warum ist es wichtig, dass Kinder lernen sich einzumischen? Was lernen Kinder, wenn sie lernen sich zu beschweren?

Zusammenfassung der Ergebnisse des Workshops:

Warum ist es wichtig, dass Kinder lernen sich einzumischen?

Was lernen Kinder, wenn sie lernen sich zu beschweren?

Workshopleiter: Andreas Schönefeld.  Hier auch Dokumentation dazu: lernen sich einzumischen, zu beschweren Workshop Andreas Schönefeld

Auf dem Ersten Bundeselternkongress „Frühkindliche Bildung – Mehrwert für Gesellschaft und Eltern“, 22.09.2018 in Kiel

 

Seit dem 1.1.2012 garantiert das neue Bundeskinderschutzgesetz allen Kindern in der Kita, „die Möglichkeit der Beschwerde in persönlichen Angelegenheiten“ neben dem Recht auf „Verfahren der Beteiligung“. Ohne deren Nachweise bekommt eine Kita keine Betriebserlaubnis (laut §45 SGB VIII).

Wir stellen fest, dass der Begriff “Beschwerde“ belastet, „ich muss mich beschweren“. Er verschleiert das Lichte, Erleichternde. Oder er beschönigt die Missetat, den Missbrauch. Wir wollen alle mitmachen, uns einmischen, wir wollen Zusammenarbeit, Teilhabe. Dafür brauchen wir aber klare, für alle verständliche Begriffe. Continue Reading »

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