Archive for the 'Wald- und Wildnispädagogik' Category

Entscheidungen friedvoll finden – Wildnispädagogik

Wir kennen das alle. Wie finden wir gute (die besten) Entscheidungen in Teams als Kolleg*innen, Unternehmer, Betriebsrat, Initiative, Verein, Organisation, Partei, im Parlament oder einfach unter Freunden? Wie lösen wir Konflikte, Krisen? Wie können wir gut mit Beschwerden umgehen?

Nur acht Schritte können uns helfen, friedvoll gemeinschaftlich zu entscheiden und zu wirken. Das sogenannte PROTOKOLL mit seinen acht Schritten wurde als formaler Rahmen für Entscheidungsprozesse entwickelt aus der Friedens-Tradition der nordamerikanischen Irokesen-Konföderation und wird in der Wildnispädagogik meiner Mentoren Paul Wernicke, Tim Taeger und Wieland Woesler gelebt und weitergegeben. Großen Dank dafür! Wir durften auf dem vierten Weiterbildungsmodul (3 Tage und 3 Nächte) nach dem PROTOKOLL zwei Aufgaben als kleine und große Gruppe gemeinsam lösen. Das war großartig, das war schön, feierlich und sehr, sehr verbindend. So haben wir die enorme Kraft, die das PROTOKOLL schafft, erlebt.

Daher möchte ich es auch hier weitergeben und überlege, wie ich es in meinen Alltag, in meine Teams, Treffen und Sitzungen einbringen kann.

 

Das PROTOKOLL

0. wichtig (nullter Punkt) ist die Stillung aller körperlichen Bedürfnisse (Grundbedürfnisse): Sitzen, Essen, Trinken, …

1. Danksagung (im Gedenken daran, wir sind alle gleich, wir trinken alle das gleiche Wasser)

2. Check-In, Befindlichkeits-Runde, Straßenstaub abschütteln (dazu gibt es diverse Formen, zum Beispiel kurz eine Daumen-Runde zum körperlichen und seelischen Befinden)

3. Gibt es etwas, was zwischen uns steht? (kann auch stehen gelassen werden oder muss bearbeitet werden)

4. Jede/r nennt ihre/seine Intention für das Treffen (nicht Ziel oder Lösung, sondern seine Ausrichtung wie Treffen sollte verbindend sein, Frieden stiften, kurz sein, Einigkeit heute bringen, Arbeit gut machen, …

* Rollenverteilung jetzt oder nach Punkt 5

5. Themensammlung (was wollen wir heute besprechen)

* Rollen: Moderator, Zeithüter, Stimmungswächter (weist eventuell darauf hin, dass die Stimmung aufgeräumt werden muss), Protokollant

6. Redekreis (mit Redestab, eine/r redet, andere hören zu) zu allen Themen Austausch, Sprechen-Zuhören, kreist solange bis alle, alles gesagt haben (Ping-Pong kann auch mal gut sein) und Einigkeit hergestellt wurde.

7. Festhalten, schriftliches fixieren des PROTOKOLL Ergebnisses: der Einigkeit

8. Aufschreiben der offenen Fragen und Punkte

Foto: Andreas Schönefeld

Nach dem PROTOKOLL kann jede Gruppe, Gemeinschaft arbeiten.

Wenn mehrere Teams, Abteilungen, Teilgruppen für die gesamte Gemeinschaft eine Einigkeit sucht, Konflikte, Krisen, Beschwerden lösen will,

Continue Reading »

No responses yet

Alle Lebewesen auf der Erde sind miteinander verwandt. Namibia. Afrika

Foto: Andreas Schönefeld

Auf Spurensuche in Namibia, im südlichen Afrika.

Die San (Buschmänner), die als Jäger- und Sammlervolk nomadisch lebten sind wohl im südlichen Afrika die Urbevölkerung. Felsenmalereien bezeugen das.

Jetzt leben in dem Wüstenland Namibia am Atlantik neben den vielen wilden Tieren auch noch Damara, Herero, Himba, Joansi, Nama, Ovambo und Weiße der einstigen Kolonialmächte aus England und vor allem Deutschland. Erst 1990 wurde Namibia unabhängig. In Südafrika gab es noch später, am 24. April 1994, freie Wahlen. Nelson Mandela wurde erster schwarzer Präsident. Multikulturelle Gesellschaften versuchen sich demokratisch zu finden im Angesicht ihrer Geschichte, der Kolonialzeit, der Apartheid und der historischen Machtansprüche, Unterdrückungen, Vertreibungen und Vernichtungen verschiedenster Gruppen.

Foto: Andreas Schönefeld

„Alle Lebewesen auf der Erde sind miteinander verwandt“. Diese Erkenntnis fand ich bei Carmen Rohrbach: Namibia. Abenteuerliche Begegnungen mit Menschen, Landschaften und Tieren. München 2005. Vielleicht eine Grundeinsicht bei der Entwicklung  und Verfassung von Gesellschaften.

Foto: Andreas Schönefeld

Im Folgenden zitiere ich:

Continue Reading »

No responses yet

Wildnispädagogik – Mein Feuer brennt …

… für die Kunst des Mentorings.

Foto: Andreas Schönefeld

Ich will die Kunst und die Kraft, die Magie und den Zauber der Wildnispädagogik verstehen.

Was geschieht mir? Wie wirkt diese Kraft in mir? Was kann ich damit machen? Wie erweitert sich der Kosmos in mir? Wie entfaltet und wächst diese Gemeinschaft der Wildnis-Suchenden, mit der ich gerade eine neunmonatige Weiterbildung erlebe?

Zu allererst: Ich/Wir tun es! Alleine und gemeinsam, als „kleine“ Menschen/Teilnehmer im „großen“ Orchester/Spiel spielen wir wachsam mit.

Da sind aber auch diese Mentoren, Paul Wernicke, Tim Taeger und Wieland Woesler mit ihren Helfern, Lucas und Kathrin. Da sind auch die anderen Teilnehmer als Experten und mit ihren eigenen Feuern, die sie entfachen und die auch uns erhellen und wärmen.

Continue Reading »

No responses yet

Wofür gehst Du? Wildnispädagogik

Drei Nächte und drei Tage im Wildniscamp.

Die Sprache des Waldes. Es geht um Wahrnehmung. Öffnung der Sinne. Erweiterung. Hören. Die Sprache der Vögel. Die universelle Sprache der Natur, die jedes Tier und jeder Vogel versteht. Es geht um uns selbst in diesem Konzert. Auch wir sind nur ein Tier. Alle trinken das gleiche Wasser und atmen die gleiche Luft.

Foto: Andreas Schönefeld

Wir spielen, wir ahmen Tiere, Vögel nach. Auf zwei mal zwei Metern im Wald dürfen wir mit verbundenen Augen ein Tier sein. Ich bin ein Waschbär und freue mich, dass es dort Baumstämme und Äste gibt, auf denen ich wippen kann. Die brechen. Das macht Spaß. Im Laub wühlen, alles erkunden, ertasten, riechen und schmecken. Ich beiße sogar in einen Ast und in noch einen. Wir gehen in einen anderen Wald. Auch dort verbundene Augen. Barfuß lassen wir uns von einem anderen führen, dann führen wir, nun gehen wir beide alleine, blind und barfuß durch den Wald. Vorsichtig, denn da sind Stöcke, Zapfen, Dornen auch, aber auch Laub, Gras, Moos und die Bäume, diese Freunde.

Wir vertrauen nun dem Wald. Und vor allem uns selbst. Wir vertrauen den anderen und unseren Mentoren (Paul, Tim und Wieland und deren Helfern Kathrin und Lucas). DANKE. Es geht um uns: Wofür gehst Du?

Foto. Andreas Schönefeld

Es ist wohl dieser Rahmen, der uns schützt und wachsen lässt:

Continue Reading »

One response so far

Mit Kindern Hütten bauen

Foto: Andreas Schönefeld

In der Kita, im eigenen Garten, im Wald lassen sich auf einfache Weise mit Kindern Hütten planen und bauen.

Dazu habe ich ein paar Bilder und Ideen zusammengeschraubt:

Schutzhütte im Wald, Foto Andreas Schönefeld

Schutzhütte mit einem halben Meter Laub rundherum, Foto Andreas Schönefeld

Continue Reading »

No responses yet

Feuer ist meine Seele. Wildnispädagogik

Foto: Andreas Schönefeld

Feuer ist Leben.

Das innere Feuer strahlt. Klarheit. Bewusstsein. Ausstrahlung.

Wildnispädagogik befeuert das Leben, die Kraft.

So habe ich es erlebt auf der ersten Einheit (drei Tagen und drei Nächten) meiner Wildnispädagogik-Weiterbildung.

Wir haben gelernt, Feuer zu machen, ohne Streichholz oder Feuerzeug, mit einem Feuerschlageisen oder einen Holzbohrer mit Feuerbrett, Spindel und Bogen.

Kernroutinen übten wir: den weichen Gang / Fuchsgang, den weichen Blick / Eulenblick und einen eigenen Sitzplatz suchen und immer wieder besuchen.

So entstehen Achtsamkeit, Wahrnehmung und Respekt in Form der Verbindung mit der Natur, mit dem eigenen Ich und der Gemeinschaft der anderen Teilnehmern.

Drei Mentoren sind bei uns: Tim Taeger, Paul Wernicke und Wieland Woesler. DANKE. Danke auch an deren Helfer: Lucas und Kathrin.

In einem Lied, das wir lernten, heißt es: Erde ist mein Körper, Wasser ist mein Blut, Luft ist mein Atem, Feuer ist meine Seele.

Continue Reading »

No responses yet

Magie, Wege, Ecken und Verstecke für Kinder im Garten

Foto: Andreas Schönefeld

„Eins jedenfalls steht fest: Kinder lieben Abenteuer. Sie verstecken sich gerne, um für die Erwachsenen ‚unsichtbar‘ zu werden, sie hüten mit Wonne ihre kleinen Geheimnisse, aber sie brauchen auch Geborgenheit und Schutz. Und wo finden sie dies alles besser als in einem grünen Blätter-Dschungel – wo sie nach Herzenslust klettern und Verstecke bauen, Höhlen graben, durchs Unterholz kriechen und ihre Fantasie spielen lassen können? […]

… vielleicht ist Ihr Garten groß genug für eine grüne Grenze aus Buschwerk und eventuell einigen Bäumen?

ein Streifen von drei bis fünf Metern Breite würde schon genügen.“

Christiane Widmayr (Text) und Anneliese Kompatscher (Fotos) zeigen in ihrem Buch „Kinder und Gärten“ mit dem Untertitel „Spielen, Toben, Staunen und Entdecken“ (München 2004), wie wir mit einfachen Mitteln Magie in den Garten bekommen (Zitat oben auf S. 30).

Warum schreibe ich das? Ich tue es als Anwalt unserer Kinder. Siehe dazu bitte auch meinen früheren Beitrag: Kinder brauchen Natur – mehr Matsch!

Foto: Andreas Schönefeld

Ich zitieren im Folgenden weiter (und gebe im Anschluss noch einige weitere Buchtipps):

Welches Gehölz hält Kindern stand?

Continue Reading »

No responses yet

leben – Bilder fragen

Continue Reading »

No responses yet

Literatur zu Waldkita und Wildnispädagogik

Hier eine Auswahl für mich wichtiger Literatur zu den Themen Waldkita und Wildnispädagogik im Sinne von Andreas Weber: Mehr Matsch! Kinder brauchen mehr Natur.

Im nächsten Jahr werde ich eine einjährige Wildnispädagogik Weiterbildung machen. Ich freue mich schon sehr darauf.

Foto Andreas Schönefeld

Continue Reading »

No responses yet