Archive for the 'Respekt' Category

Leben und Kreislauf – Wildnispädagogik

Das Leben richtet sich nach dem Lauf der Sonne aus. Daher sind die Himmelrichtungen ein wichtiges Hilfsmittel in vielen Kulturen. Osten, Süden, Westen, Norden, dazu kommen die Zwischenrichtungen Südosten, Südwesten, Nordwesten und Nordosten. Auch die Jahreszeiten werden in acht Richtungen oder Felder eingeteilt. Frühling, Frühsommer, Hochsommer, Spätsommer, Herbst, Spätherbst, Winter und Vorfrühling. Alle Richtungen oder Felder stehen für bestimmte Energien.

Wir können die menschlichen Entwicklung hilfsweise in folgende Überschriften einteilen: Geburt, Kindheit, Jugendliche, Junge Erwachsene, Reife Erwachsene, Erfahrene Erwachsene/Ältere, Weise Erwachsene/Älteste/Alte und Tod und Zeugung/Übergang. So entstehen Kreisläufe oder Räder, die wir gedanklich übereinander legen können.

Das Feuer brennt. Das Leben, das Lernen beginnt. In der Wildnispädagogik gibt es ein Rad des Lernens mit den acht Feldern: Inspiration (Neuanfang, Neugier wecken, Vorfreude, klar, vital, frisch, guter Anfang, …), Motivation (in Bewegung bringen, wach, Auftrieb, los geht’s, Tatkraft, …), Aktion/Konzentration/Fokus (tun, umsetzen, ausprobieren, …), Regeneration/Pause/Erholung (un-/zufrieden, Zäsur, Pause, Hunger, Essen, …), Narration/Ernte/Feiern (sammeln, zusammenkommen, ausatmen, ernten, feiern, Gemeinschaft, Erzählen, Geschichten des Tages, …), Reflektion (Rückschau, Rückzug, durch die Kunst des Fragens, …) Integration (verinnerlichen, loslassen, Ruhe, Nichts, Nachtzustand, Träume beginnen, hüten), Vision (Traumzeit, öffnen, schließen, göttlicher Funke, …).

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Kultur-Spuren. Feier der Wildnisschule Hoher Fläming

Die Wildnisschule Hoher Fläming von Paul Wernicke hat allen Grund zu feiern.

Sie stiftet Verbindung, eine Kultur!

Spuren weisen in unsere Zukunft:

Alle Fotoinspirationen von Andreas Schönefeld vom Herbstfest 2019.

Dank an die Künstler!

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Peacemaking

siehe dazu den Blogbeitrag: Entscheidungen friedvoll finden – Wildnispädagogik

Hier die Zeichnung Peacemaking, Andreas Schönefeld als PDF.

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Entscheidungen friedvoll finden – Wildnispädagogik

Wir kennen das alle. Wie finden wir gute (die besten) Entscheidungen in Teams als Kolleg*innen, Unternehmer, Betriebsrat, Initiative, Verein, Organisation, Partei, im Parlament oder einfach unter Freunden? Wie lösen wir Konflikte, Krisen? Wie können wir gut mit Beschwerden umgehen?

Nur acht Schritte können uns helfen, friedvoll gemeinschaftlich zu entscheiden und zu wirken. Das sogenannte PROTOKOLL mit seinen acht Schritten wurde als formaler Rahmen für Entscheidungsprozesse entwickelt aus der Friedens-Tradition der nordamerikanischen Irokesen-Konföderation und wird in der Wildnispädagogik meiner Mentoren Paul Wernicke, Tim Taeger und Wieland Woesler gelebt und weitergegeben. Großen Dank dafür! Wir durften auf dem vierten Weiterbildungsmodul (3 Tage und 3 Nächte) nach dem PROTOKOLL zwei Aufgaben als kleine und große Gruppe gemeinsam lösen. Das war großartig, das war schön, feierlich und sehr, sehr verbindend. So haben wir die enorme Kraft, die das PROTOKOLL schafft, erlebt.

Daher möchte ich es auch hier weitergeben und überlege, wie ich es in meinen Alltag, in meine Teams und Fortbildungen einbringen kann.

Achtung: Die Weitergabe dieses Wissens besteht hauptsächlich auf einer mündlichen Tradition. Im Internet finden wir auch schriftliche Formen wie die Transkription eines Gespräches mit Tom Porter, der über den Friedensstifter erzählt. Tom Porter, der eine Art Botschafter der Haudenosaunee  ist, spricht über die Zurückhaltung seiner Älteren Leute, ihr Wissen mit der Welt zu teilen: ein Teil ihres Wissen wurde durch Schmerz und Misstrauen versehrt. (…) Das ist nur zu verständlich, denn einige von Ihnen wurden bestraft oder sogar in Gefängnisse gesteckt, weil sie ihr Wissen öffentlich ausgesprochen haben (Tom Porter am 2.5.2019, letzte Seite).

Ich vertraue auf die universelle Kraft dieses Wissens und den respektvollen Umgang mit dieser Kultur. Daher komme ich der Aufgabe des Teilens nach.

 

Das PROTOKOLL

0. wichtig (nullter Punkt) ist die Stillung aller körperlichen Bedürfnisse (Grundbedürfnisse): Sitzen, Essen, Trinken, …

1. Danksagung „die Worte vor allen Worten“ (im Gedenken daran, wir sind alle gleich, wir trinken alle das gleiche Wasser)

2. Check-In, Befindlichkeits-Runde, (dazu gibt es diverse Formen, zum Beispiel kurz eine Daumen-Runde zum körperlichen und seelischen Befinden)

3. Gibt es etwas, was zwischen uns steht? (kann auch stehen gelassen werden oder muss bearbeitet werden)

4. Jede/r nennt ihre/seine Intention für das Treffen (nicht Ziel oder Lösung, sondern seine Ausrichtung wie Treffen sollte verbindend sein, Frieden stiften, kurz sein, Einigkeit heute bringen, Arbeit gut machen, …

* Rollenverteilung jetzt oder nach Punkt 5

5. Themensammlung (was wollen wir heute besprechen)

* Rollen: Moderator, Zeithüter, Stimmungswächter (weist eventuell darauf hin, dass die Stimmung aufgeräumt werden muss), Protokollant

6. Redekreis (mit Redestab, eine/r redet, andere hören zu) zu allen Themen Austausch, Sprechen-Zuhören, kreist der Redestab solange bis alle, alles gesagt haben ( und Einigkeit hergestellt wurde.

7. Festhalten, schriftliches fixieren des Ergebnisses: der Einigkeit

8. Aufschreiben der offenen Fragen und Punkte

Achtung: Der Text ist vor allem für Erfahrene, für meine Freunde der Wildnispädagogik, die wie ich die Geschichte des Friedensstifters erzählt bekamen und die Kultur des Protokolls im Sinne der Vier Prinzipien des Friedensstifters erfahren durften. Es ist der Versuch einer Fixierung, zur Erinnerung, damit nichts verloren geht, sondern gut aufgehoben bleibt.

Die Kürze des Textes sollte so genau wie möglich sein, andere neugierig machen und er setzt auf die Kompetenzen und Resonanz der Leser, die diese kulturelle Haltung und Technik verantwortungsvoll anwenden wollen und können! Im Protokoll finden wir viele universelle Elemente, die wir aus Kommunikationtheorien und aus den Sozialwissenschaften kennen.

Das Protokoll darf nicht statisch, bürokratisch, dogmatisch angewandt werden. Es atmet Leben und Leidenschaft. Die innere Haltung ist wichtig. Es geht um den friedensschaffenden Weg der Einigung.

 

Foto: Andreas Schönefeld

Nach dem PROTOKOLL kann jede Gruppe, Gemeinschaft arbeiten.

Wenn mehrere Teams, Abteilungen, Teilgruppen für die gesamte Gemeinschaft eine Einigkeit sucht, Konflikte, Krisen, Beschwerden lösen will,

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Wildnispädagogik – Mein Feuer brennt …

… für die Kunst des Mentorings.

Foto: Andreas Schönefeld

Ich will die Kunst und die Kraft, die Magie und den Zauber der Wildnispädagogik verstehen.

Was geschieht mir? Wie wirkt diese Kraft in mir? Was kann ich damit machen? Wie erweitert sich der Kosmos in mir? Wie entfaltet und wächst diese Gemeinschaft der Wildnis-Suchenden, mit der ich gerade eine neunmonatige Weiterbildung erlebe?

Zu allererst: Ich/Wir tun es! Alleine und gemeinsam, als „kleine“ Menschen/Teilnehmer im „großen“ Orchester/Spiel spielen wir wachsam mit.

Da sind aber auch diese Mentoren, Paul Wernicke, Tim Taeger und Wieland Woesler mit ihren Helfern, Lucas und Kathrin. Da sind auch die anderen Teilnehmer als Experten und mit ihren eigenen Feuern, die sie entfachen und die auch uns erhellen und wärmen.

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Folkert Ketelsen schlug seine Söhne jeden Tag

„Folkert Ketelsen schlug seine Söhne jeden Tag, er brauchte dafür keinen Anlass. Schlug sie aus dem Weg oder die Treppe runter, prügelte sie durch das Haus und durch den Stall, und wenn kein Sohn im Weg stand, den er prügeln konnte, schlug er auf das Vieh ein. Die Brinkebüller hörten jeden Tag die Tiere brüllen, und dann wussten sie, dass Folkert Ketelsen im Stall war. Solange seine Tiere brüllten, waren nicht die Kinder dran und nicht die Frau.

Heiko war der Kleinste, jünger als die beiden Brüder, und der Einzige, der niemals weinte. Ihn konnte man solange schlagen, wie man wollte, er brüllte nie. Er ließ die anderen Kinder, wenn sie Turnen hatten in der Schule, seine blauen Flecken und die Striemen sehen, er zeigte sie wie Tapferkeitsmedallien: Hier, mit de Bullenstock. Nich jault. Hier, mit de Pietsch. Nich jault. Hier, mit de Lederreem. Nich jault. Hier, mit de Fuust. Nich jault. Lehrer Steensen hatte manschmal Arnikatinktur geholt, dann musste Jaulnich Ketelsen das Hemd ausziehen, und seine Blutergüsse oder Striemen wurden eingerieben. Heiko stand dann wie ein Krieger vor dem Lehrer, grinsend.

Foto: Andreas Schönefeld

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Warum bin ich hier? The Big Five for Life

Was macht mich aus? Wer bin ich? Warum bin ich hier?

Der Unternehmensberater John Strelecky würde die Beantwortung dieser Fragen den Zweck der Existenz (ZDE) nennen:

Mir gefiel die Vorstellung, dass es für jeden einzelnen Menschen einen Grund dafür gibt, am Leben zu sein, das die Existenz jedes Menschen einen bestimmten Sinn hat. (S. 32, ich zitiere im Folgenden aus seinem Buch „The Big Five for Live. Was wirklich zählt im Leben“, München 2009)

Mich fasziniert an Streleckys Buch die Idee, dass in einem Unternehmen nur noch die Menschen arbeiten, „deren persönlicher Zweck der Existenz mit dem ZDE des Unternehmens harmoniert“. (S. 33)

Angestellte sind nicht Angestellte, sondern Reisegefährten, die ihre Zeit nur mit Tätigkeiten verbringen sollten, die ihren Zweck der Existenz und ihre Big Five for Life erfüllen (S. 36f)

Foto: Andreas Schönefeld

Die eigenen Big Five, „sind die fünf Dinge, die wir tun, sehen oder erleben möchten, bevor wir sterben“ (S. 67)

Das finde ich entscheidend, wenn jede/r, sich selbst einbringen kann mit seinen Big Five, mit dem, für das er brennt, oder geht. Es rechnet sich auch für das Unternehmen, die Produktivität wird gesteigert und Fluktuation gesenkt. Dies ist eine radikale, effektive, erfolgreiche Form für die Konzeption und Entwicklung von Unternehmen und Organisationen. 

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Wofür gehst Du? Wildnispädagogik

Drei Nächte und drei Tage im Wildniscamp.

Die Sprache des Waldes. Es geht um Wahrnehmung. Öffnung der Sinne. Erweiterung. Hören. Die Sprache der Vögel. Die universelle Sprache der Natur, die jedes Tier und jeder Vogel versteht. Es geht um uns selbst in diesem Konzert. Auch wir sind nur ein Tier. Alle trinken das gleiche Wasser und atmen die gleiche Luft.

Foto: Andreas Schönefeld

Wir spielen, wir ahmen Tiere, Vögel nach. Auf zwei mal zwei Metern im Wald dürfen wir mit verbundenen Augen ein Tier sein. Ich bin ein Waschbär und freue mich, dass es dort Baumstämme und Äste gibt, auf denen ich wippen kann. Die brechen. Das macht Spaß. Im Laub wühlen, alles erkunden, ertasten, riechen und schmecken. Ich beiße sogar in einen Ast und in noch einen. Wir gehen in einen anderen Wald. Auch dort verbundene Augen. Barfuß lassen wir uns von einem anderen führen, dann führen wir, nun gehen wir beide alleine, blind und barfuß durch den Wald. Vorsichtig, denn da sind Stöcke, Zapfen, Dornen auch, aber auch Laub, Gras, Moos und die Bäume, diese Freunde.

Wir vertrauen nun dem Wald. Und vor allem uns selbst. Wir vertrauen den anderen und unseren Mentoren (Paul, Tim und Wieland und deren Helfern Kathrin und Lucas). DANKE. Es geht um uns: Wofür gehst Du?

Foto. Andreas Schönefeld

Es ist wohl dieser Rahmen, der uns schützt und wachsen lässt:

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Mit Kindern Hütten bauen

Foto: Andreas Schönefeld

In der Kita, im eigenen Garten, im Wald lassen sich auf einfache Weise mit Kindern Hütten planen und bauen.

Dazu habe ich ein paar Bilder und Ideen zusammengeschraubt:

Schutzhütte im Wald, Foto Andreas Schönefeld

Schutzhütte mit einem halben Meter Laub rundherum, Foto Andreas Schönefeld

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Feuer ist meine Seele. Wildnispädagogik

Foto: Andreas Schönefeld

Feuer ist Leben.

Das innere Feuer strahlt. Klarheit. Bewusstsein. Ausstrahlung.

Wildnispädagogik befeuert das Leben, die Kraft.

So habe ich es erlebt auf der ersten Einheit (drei Tagen und drei Nächten) meiner Wildnispädagogik-Weiterbildung.

Wir haben gelernt, Feuer zu machen, ohne Streichholz oder Feuerzeug, mit einem Feuerschlageisen oder einen Holzbohrer mit Feuerbrett, Spindel und Bogen.

Kernroutinen übten wir: den weichen Gang / Fuchsgang, den weichen Blick / Eulenblick und einen eigenen Sitzplatz suchen und immer wieder besuchen.

So entstehen Achtsamkeit, Wahrnehmung und Respekt in Form der Verbindung mit der Natur, mit dem eigenen Ich und der Gemeinschaft der anderen Teilnehmern.

Drei Mentoren sind bei uns: Tim Taeger, Paul Wernicke und Wieland Woesler. DANKE. Danke auch an deren Helfer: Lucas und Kathrin.

In einem Lied, das wir lernten, heißt es: Erde ist mein Körper, Wasser ist mein Blut, Luft ist mein Atem, Feuer ist meine Seele.

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