Archive for the 'Kinder brauchen Natur' Category

Der Junge muss raus – drei Stunden!

Das Kind muss raus, sich bewegen, spielen. Im Spiel entfalten sich alle Sinne. Toben und Spielen zusammen mit anderen. Dann entstehen, die so wichtigen dialogischen Prozesse. Dieses prozessorientierte Spielen ist unverzichtbar. Die eigene Welt wird so erfahren und begriffen, kreative Lösungen werden entwickelt. Im stressfreien Spielen lernt das Kind. Das angstfreie, entspannte Spiel mit anderen, ohne Zwang und ohne Bewertung durch die Erwachsenen ist zentral. Raufen mit dem Objekt, Zuhören und Sprechen, im Spiel miteinander trifft man sich. Diese spielerischen intermediären Räume sind nur erlebbar. Hier trifft man sich immer wieder, auf einmal, lächelt sich an, von Angesicht zu Angesicht. Dies nennt man „moments of meeting“.

Eckhard Schiffer, 2012, Foto Andreas Schönefeld

Eckhard Schiffer, 2012, Foto Andreas Schönefeld

Sie schaffen Sicherheit, Urvertrauen. Das Kind fühlt, lernt, weiß dadurch, „ich bin nicht allein- ich bin ein Geschenk“.

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Gebt den Kindern mehr

Foto Andreas Schönefeld

Foto Andreas Schönefeld

“Warum schafft man eigentlich die verbreiteten Spielplätze in Kindertagesstätten nicht ab? Und ersetzt sie durch freie Flächen mit einem kleinen Teich, mit herumliegenden Hölzern und Baumzweigen, Sträuchern, Bäumen, Hecken, Vogelhäusern, Sandbänken, Kieselsteinhaufen, einer Trockenmauer, großen Steinen, worunter kleine Lebewesen ihren Lebensraum finden können. Statt Klettergerüsten brauchen Kinder Höhlen und Plätze, worin sie sich verstecken können. Warum schließt man mit den Eltern nicht Verträge, die festhalten, dass sich ihre Kinder während ihres Aufenthaltes in der Kita schmutzig und nass machen dürfen?”

Das obrige Zitat sind die Abschlusssätze eines Artikels von Salman Ansari in der taz vom 29.2.2012 “Kinder sind Forscher ohne Pipette

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Herzgarten. Der Natur- und Nutzgarten in der Kita

Foto-Impressionen aus dem “Herzgarten” einer Kita. Der Natur- und Nutzgarten wurde mit einen Innovationspreis für Klima- und Naturschutz ausgezeichnet. Konzept, Aufbau und verantwortlich für den Herzgarten: Andreas Schönefeld mit Kindern

Kleine Trauerweiden zum Klettern, verweilen und Verstecken, Foto: Andreas Schönefeld

Kleine Trauerweiden zum Klettern, Verweilen und Verstecken, Foto: Andreas Schönefeld

Der leckere Apfel- und Kletterbaum, Foto: Andreas Schönefeld

Der leckere Apfel- und Kletterbaum, Foto: Andreas Schönefeld

Das Insektenhotel, Foto: Andreas Schönefeld

Das Insektenhotel, Foto: Andreas Schönefeld

Die Steinmauer für Kleintiere, Foto: Andreas Schönefeld

Die Steinmauer für Kleintiere, Foto: Andreas Schönefeld

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Kochen im Garten der Kita. Couscous das Lieblingsessen

Morgen ist wieder Donnerstag, das heißt Kochen im “Herzgarten” der Kita.

Wir kochen immer im Garten, bei Wind und Wetter, wenn es doll regnet, gehen wir allerdings in die Kita-Küche.

Jeden Tag werde ich in der Kindertagesstätte von mindestens einem Kind gefragt: “kochen wir heute wieder?” Ich muss dann meistens auf den Donnerstag vertrösten.
“Was kochen wir?” heißt es dann. Und wenn ich zurückfrage, “was möchtest Du gerne kochen?”, kommt fast immer “CousCous“. Das nordafrikanische Gericht ist bei uns der Renner. Es ist so simpel, einfach, variantenreich und schmeckt so wohlig. Wir in der Kita lieben es. Morgen werde ich eine Variante kochen.

Couscous im Herzgarten, Foto: Andreas Schönefeld

Couscous im Herzgarten, Foto: Andreas Schönefeld

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Eigenes Gemüse, ganz einfach, fast überall mit Quadratgärtnern

Ein kleiner Artikel von Marko Heckel hat mich angespornt. Das wollte ich gerne sofort ausprobieren.

Gärtnern nach einem ganz einfachen System. Gemüsebeete teilt man in Quadrate (30×30 Zentimeter) auf. In jedem Quadrat wird nur ein Gemüse, eine Kräuterart ausgesät oder angepflanzt. So kann man seine Erfolge sofort erkennen und nachpflanzen, wenn nötig, oder im Frühjahr wechseln. Zur Abgrenzung kann man Holzleisten über Kreuz zusammen nageln, schrauben oder tackern und einfach auf die Erde legen. Auf den Leisten habe ich mit einem wasserfestem Stift den Namen der Gemüseart geschrieben. Einen Lageplan habe ich vorsichtshalber auch gemacht. Der Trick bei der Sache ist das Muster mit den kleinen intensiv genutzten Quadraten. Das macht richtig Spaß.

Quadratgärtnern im Herzgarten 2, Foto Andreas Schönefeld

Quadratgärtnern im Herzgarten 2, Foto Andreas Schönefeld

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Kinder brauchen Natur. Mehr Matsch!

[hier ein älterer Artikel von mir, Andreas Schönefeld, Januar 29th, 2012]

Dr. Andreas Weber hat einen aufrüttelnden, wundervollen Essay im GEO Magazin (August 2010) geschrieben. Bisher wurde dieser über tausendmal auf facebook empfohlen. Er wurde sehr oft kommentiert. Der Autor, Biologe und Naturphilosoph erhielt dafür den Deutschen Reporterpreis 2010 in der Kategorie Essay. 2011 erschien sein Buch „Mehr Matsch!“.

Foto Andreas Schönefeld

Foto Andreas Schönefeld

Andreas Weber schreibt wunderbare Dinge und ich liebe ihn dafür.

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Wildnispädagogik

Wunderbar – ich bin noch ganz beseelt.

Jetzt war ich drei Tage in der Wildnis, Freitag Abend bis Sonntag Mittag.

Drei Tage Einblicke in die Wildnisschule Hoher Fläming bei einem Naturmentoring Basiskurs mit Paul Wernicke und mit seinem Kollegen Wieland Woesler von der Wildnisschule Seenland. Und da war dann noch Christian, der in Hessen eine Wildnisschule gründen will, und mit mir acht Wildnissuchende, sechs Frauen und zwei Männer zwischen 20 und 60 Jahren.

Für mich war es eine Erdung, Meditation, Entspannung und Konzentration auf das Wesentliche. Ich war intensiv  in Verbindung mit mir und der Natur/Wildnis. Ein- und Ausatmen. In Resonanz sein. Das eigene Feuer in mir finden.

Foto: Andreas Schönefeld

Foto: Andreas Schönefeld

Wie kleine Tiere haben wir im Wald gelegen, eng beieinander, ganz ruhig, ganz stumm und starr. Den Atmen des anderen gehört, wache Augen. Es war ein Spiel. Wir waren zu viert, ein Clan, durften von keinem gesehen und nicht gefangen werden Continue Reading »

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Kein Kind hätte laufen lernen können, wenn die Eltern dabei geholfen hätten

Dez 10 2013 Published by under Bildung,Kinder brauchen Natur

“Warum schafft man eigentlich die verbreiteten Spielplätze in Kindertagesstätten nicht ab? Und ersetzt sie durch freie Flächen mit einem kleinen Teich, mit herumliegenden Hölzern und Baumzweigen, Sträuchern, Bäumen, Hecken, Vogelhäusern, Sandbänken, Kieselsteinhaufen, einer Trockenmauer, großen Steinen, worunter kleine Lebewesen ihren Lebensraum finden können. Statt Klettergerüsten brauchen Kinder Höhlen und Plätze, worin sie sich verstecken können. Warum schließt man mit den Eltern nicht Verträge, die festhalten, dass sich ihre Kinder während ihres Aufenthaltes in der Kita schmutzig und nass machen dürfen?”

 

 

Foto: Andreas Schönefeld

SelbstBildung, Foto: Andreas Schönefeld

 

Das obrige Zitat sind die Abschlusssätze eines Artikels von Salman Ansari in der taz vom 29.2.2012 “Kinder sind Forscher ohne Pipette

Der Autor ist Naturwissenschaftler und Verfasser der “Schule des Staunens”. Der Text erscheint ungekürzt in Heft 3/12 von “Betrifft Kinder”

 

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Das meint Max. Und das meint Emma.

Nov 24 2013 Published by under Bildung,Kinder brauchen Natur,Respekt

Andreas Weber,  Autor, Biologe und Philosoph (für den Essay „Kinder brauchen Natur. Lasst sie raus!“ 2010 in GEO, erhielt er den „Deutschen Reporterpreis“). 2011 erschien sein Buch „Mehr Matsch!“. Mit seinen Kindern Emma und Max schrieb der das „Quatsch-Matsch-Buch: Das Aktionsbuch: großstadttauglich und baumhausgeprüft, 2013. Hier Zitate aus dem Quatsch-Matsch-Buch:

 

Das meint Max

„Wenn ich irgendwas machen soll und etwas denken soll, nur weil das so vorbestimmt ist, habe ich schon von vorneherein keine Lust mehr. Dann ist das total uninteressant und ich mache auch im späteren Leben einen Bogen drum herum. Schule ist zum Abgewöhnen. So wie Konfirmationsunterricht. Man muss etwas machen, weil man sonst bestraft wird. Klar kann man was lernen. So gerade für die Arbeit und dann wieder vergessen. Das wirkliche Leben ist ganz woanders. Da soll auch Schule nie hinkommen. Das will ich mir gar nicht versauen lassen“ (S. 112).

 

Foto: Andreas Schönefeld

Foto: Andreas Schönefeld

 

Und das meint Emma

Am Ende machen Kinder ja doch was sie wollen. Nur machen sie es dann eben mit dem Gefühl, dass das, was sie wollen, verboten ist. Oder das, was sie sind. Wir sollen anders sein, als wir sind. Das lernen wir. Ist doch klar, dass man dann keine Lust mehr hat. Aber man macht nach außen hin natürlich weiter mit, damit man nicht auffällt und keine schlechten Noten kriegt. Und beliebt bleibt. Aber heimlich stellt man sich dagegen. Flippt total aus.

Gerade hat unsere Lehrerin alle Freundespaare an den Tischen auseinandergesetzt. Sie meinte, wir würden zu viel zusammenglucken. Und unsozial sein. Und zu zweit quatschen. Und darum nicht so viel arbeiten. Das war gemein. Ihr geht es nur um unsere Noten. Und nicht um uns. … „(S. 22).

 

Andreas Weber

Die Idee des Buches besteht darin, dass nicht Erwachsene ihre Kinder an die Hand nehmen, sondern dass Kinder die Welt verändern müssen. Nicht, dass Erwachsene für ihre Kinder die letzten Reserven von Natur entdecken, sondern dass Kinder selbst ermächtigt werden, wieder als das zu wirken, was sie sind: als eine Kraft der Natur (S. 14).

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Es braucht dazu die Freiheit

Der Stoff des Lebens

 

“Wenn man betrachtet, wie Kinder groß werden, wie sie widerstandsfähig werden, wie sie ihre Kompetenzen für ein erfolgreiches Leben ausbilden – dann wird eines klar: Menschenkinder sind in ihrer Entwicklung einem seltsamen Weg verpflichtet: Ja, sie brauchen die Eltern (und wie!), sie brauchen Hilfe (und wie viel!), sie brauchen Beachtung, Schutz und Leitung. Sie brauchen einen förderlichen Rahmen.

 

Aber innerhalb dieser Keimzone ihrer Entwicklung sind die Kinder selbst am Zug. Sie gestalten ihrer Beziehungen von Anfang an mit, sie betreiben die Erforschung der Umwelt aus ihrem eigenen Herzen heraus, sie organisieren sich unter ihresgleichen selbst.

 

Förderung ist damit kein passiver Prozess, den die Großen veranstalten – der grundlegendste „Stoff“ des Lebens muss von den Kindern selbst zutage gefördert werden. Förderung ist das, was der Begriff im Wortsinn bedeutet: in die Tiefe gehen und etwas nach oben bringen – einen Schatz, Erz oder Gold. Oder eben den Stoff des Lebens. So etwas taugt nicht zum Lehrfach. Niemand kann ein Kind lehren, empathisch zu sein. Niemand kann einem Kind vermitteln, sozial kompetent, widerstandsfähig oder selbstständig zu werden. Diese Schätze müssen vom Kind selbst gehoben werden.

Foto: Andreas Schönefeld

Foto: Andreas Schönefeld

 

Es braucht dazu die Freiheit, selbst zu suchen, selbst zu gestalten. Zu irren und zu scheitern. Risiken auf sich zu nehmen. Abenteuer zu bestehen. Sich zu streiten und sich zu versöhnen. Den Emotionen des Lebens zu begegnen. Dem Glück und dem Leid.

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